Warum haben ausländische Biermarken deutsche Namen?

Wer sich in Europa ein wenig auskennt, der wird sicherlich wissen, wo man geografisch gesehen die besten Biere und Bierbrauereien finden kann, was die unterschiedlichen Länder für eine Bierkultur besitzen und worauf Feinschmecker wirklich achten sollten beim Genuss. Daher werden bestimmt einige Menschen auch keine Miene verziehen, wenn es bei der Wahl der Marke sehr nach einem deutschen Bier klingt, man aber eindeutig Gerstengetränke aus dem Ausland bekommt. Für all die anderen, die noch ein wenig neuer auf diesem Gebiet sind, haben wir uns mal einige Gründe zusammen gesucht, warum man auf so vielen Biermarken an Deutschland erinnert wird.
Da ist zu allererst einmal natürlich die Deutsche Bierbrauerei und die ganze Kunst drumherum zu nennen. Was für Japan das Sushi und für die Vereinigten Staaten der Hamburger ist, das ist für Deutschland das Bier  – nebst Bratwurst natürlich. Es ist also gleichbedeutend mit hoher Qualität und einem in der Gesellschaft hoch angesehenem Status. Biertrinker findet man in allen Gesellschaftsschichten, daher ist es also ein Getränk für das „Volk“. Aus marketingtechnischen Gründen lohnt es sich also sehr, auf deutsche Worte im Namen zu setzen, um eine größere Gruppe von potenziellen Kunden ansprechen zu können. Mit Bezug auf an angrenzenden Länder Deutschlands – wie etwa die Niederlande oder besonders auch Teschechien – gilt es zu beachten, dass hier die europäische Geschichte eine tragende Rolle spielt. Die Grenzen zwischen dem heutigen Deutschland und Tschechien war nicht immer so eindeutig definiert wie es aktuell ist, weswegen es früher Brauereien auf Deutsch gab, die sich heute in tchechischer Hand befinden. Zu Beispiel ist die Brauerei, die das bekannte Pils „Budweiser“ in den USA vertreiben der deutsche Name, in Tschechien wird das Bier als „Budvar“ vertrieben. Als eines der wenigen Länder beruft sich Deutschland zudem auf eine so lange und bekannte Braugeschichte, dass man hier sehr stolz auf das deutsche Reinheitsgebot der Brauerei von 1516 ist – nur wenige Jahrangaben sind so weltweit bekannt wie diese. Wenn man sich also bei den Marken darauf bezieht, entweder „deutsch“ zu sein, oder zumindest das Deutsche Reinheitsgebot zu befolgen, dann treibt das den Umsatz an. Wie schon eingehens erwähnt hat das Bier für Deutschland eine echte Beziehung. Denken Sie zum Beispiel nur mal ans Oktoberfest, wo es frisches Weissbier in den riesgen Krügen gibt. Das kennen Menschen auf der ganzen Welt, daher setzen sie Oktoberfest oft mit deutscher Kultur und deutschem Bier gleich. Auch sprachlich macht es durchaus Sinn, sich auf das Wort „Bier“ zu besinnen, da es in vielen der Sprachen Europas gleich oder ähnlich geschrieben wird und daher leicht wiederzuerkennen ist. Ob deutsche Biere die besten der Welt sind sei mal dahingestellt, aber die deutsche Bierbrauerei wird weltweit hochangesehen und eignet sich daher ideal für eine namentliche Vermarktung.